Steuerlich anerkannte Zinssätze 2019 für Vorschüsse oder Darlehen in Schweizer Franken

Die Gewährung unverzinslicher oder ungenügend verzinster Vorschüsse oder Darlehen an Beteiligte oder an ihnen nahe stehende Dritte stellt eine geldwerte Leistung dar. Dasselbe gilt für übersetzte Zinsen, die auf Grund von Verpflichtungen gegenüber Beteiligten oder ihnen nahe stehenden Dritten vergütet werden. Solche geldwerte Leistungen unterliegen gemäss Artikel 4 Absatz 1 Buchstabe b des Bundesgesetzes vom 13. Oktober 1965 über die Verrechnungssteuer (VStG) und Artikel 20 Absatz 1 der Vollziehungsverordnung vom 19. Dezember 1966 zum VStG (VStV) der Verrechnungssteuer von 35 % und sind mittels Formular 102 unaufgefordert innert 30 Tagen nach Fälligkeit zu deklarieren. Innert der gleichen Frist ist auch die geschuldete Verrechnungssteuer zu entrichten. Die gleichen Kriterien gelten auch bei der direkten Bundessteuer für die Berechnung der geldwerten Leistungen von Kapitalgesellschaften und von Genossenschaften (vgl. Art. 58 Abs. 1 Bst. b des Bundesgesetzes vom 14. Dezember 1990 über die direkte Bundessteuer [DBG]).

Für die Bemessung einer angemessenen Verzinsung von Vorschüssen oder Darlehen in Schweizer Franken an Beteiligte oder ihnen nahe stehende Dritte oder von Beteiligten oder ihnen nahe stehenden Dritten stellt die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV), Hauptabteilung Direkte Bundessteuer, Verrechnungssteuer, Stempelabgaben seit dem 1. Januar 2019 auf die beiliegenden Zinssätze ab.

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AHV, BVG und was die Finanzwelt sonst noch bewegt – Gesetzesänderungen 2019

2019 ist für die meisten Unternehmen bereits erfolgreich angerollt. Haben Sie bei all den Vorbereitungen für ein gutes Geschäftsjahr die neuesten Gesetzesänderungen, die Ihre Mitarbeiter und Ihr Unternehmen betreffen, mitbekommen? Wir zeigen, was sich ab dem 1. Januar 2019 alles ändert.

 

Sozialversicherungen: Anpassungen aller Vorsorgesäulen

1. Säule: AHV- und IV-Renten steigen
Nach einer Prüfung der Rentenzahlungen während der letzten Jahre wurden diese der aktuellen Preis- und Lohnentwicklung angepasst. Damit steigen sie zum ersten Mal seit 2015 leicht an. Neu gelten diese Mindest- und Maximalrenten:

  • Die Mindestrente erhöht sich um 10 CHF auf 1185 CHF.
  • Die Maximalrente steigt um 20 CHF auf 2370 CHF.
  • Für Ehepaare beträgt der Maximalbetrag neu 3555 CHF, d.h. 30 CHF mehr.

2. Säule: Änderungen beim BVG

  • Die BVG-Eintrittsschwelle steigt auf 21’330 CHF an und erhöht sich somit um 180 CHF.
  • Der Koordinationsabzug wird von 24’675 CHF auf 24’885 CHF erhöht.

3. Säule: Höhere Beiträge für die private Vorsorge möglich

Neu beträgt der maximal erlaubte Steuerabzug der Säule 3a 

  • 6’826 CHF für BVG-versicherte Personen
  • 34’128 CHF für Selbständigerwerbende bzw. Personen ohne 2. Säule.

SUVA-Beiträge sinken

Die SUVA konnte über die letzten Jahre einen erfreulich positiven Gewinn verzeichnen und lässt 2019 Versicherte in Form von tieferen Prämien daran teilhaben. Die Reduktion betrifft die Berufsunfall- sowie Nichtberufsunfallversicherung.
Davon profitieren sowohl SUVA-Betriebe als auch versicherte Angestellte. Die Reduktion beläuft sich auf 15% der Nettoprämie. Der Arbeitgeber muss deshalb die Abzüge anpassen.


Steuern und Mehrwertsteuer 2019

Verrechnungssteuer darf nachträglich zurückgefordert werden
Die Verrechnungssteuer wird auf den Ertrag des beweglichen Kapitalvermögens (Zinsen und Dividenden), auf Lotteriegewinne und Versicherungsleistungen direkt an der Quelle erhoben und von der Eidgenössischen Steuerverwaltung einbehalten. Sie muss aktiv vom eigentlichen Empfänger zurückgefordert werden. Das führte in der Praxis zu so manchen Versäumnissen, da die Frist überschritten wurde.

Neu können solche Vermögenserträge auch noch nachträglich zurückgefordert werden, sofern sie ordnungsgemäss verbucht wurden. Dies gilt rückwirkend für Ansprüche, die seit dem 1. Januar 2014 entstanden sind, wenn darüber noch nicht rechtswirkend entschieden wurde und betrifft Unternehmen gleichermassen wie Privatpersonen.

Änderungen bei der Mehrwertsteuer
Die Teilrevision des Mehrwertsteuergesetzes durch die Eidgenössische Steuerverwaltung hat Unternehmen im Jahr 2018 einiges an Zeit und Aufwand gekostet. Der Umstellungsprozess dauert noch bis ins Jahr 2019 hinein, da die ESTV weitere Anpassungen in der Praxis vornimmt.

Neu wird ab dem 1. Januar 2019 mehrwertsteuerpflichtig, wer von der Einfuhrsteuer befreite Waren in die Schweiz sendet und damit einen Jahresumsatz von mindestens 100’000 CHF erreicht. Ausländische Einzelhändler sollen so nicht mehr gegenüber inländischen Händlern bevorteilt werden.


Serafe löst Billag ab: TV- und Radioabgaben für Unternehmen

Die Billag-Ära ist zu Ende. Ab diesem Jahr übernimmt die Serafe AG die Erhebung der neu geräteunabhängigen TV- und Radio-Gebühren. Auch Unternehmen mit Sitz oder Standort in der Schweiz sind abgabepflichtig, sofern sie im MwSt.-Register eingetragen sind und jährlich einen Gesamtumsatz von 500’000 CHF erreichen. Ausschlaggebend für die Berechnung ist der im Vorjahr erzielte Gesamtumsatz (weltweit). Im ersten Erhebungsjahr 2019 ist der Gesamtumsatz vom Vorvorjahr 2017 entscheidend.

TV- und Radioabgaben belaufen sich neu auf

  • 365 CHF pro Jahr für Unternehmen mit Umsatz zwischen 500’000 CHF - 1 Mio. CHF Bei Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 1 Mio. CHF kommt ein abgestuftes Tarifsystem zum Einsatz.
  • 365 CHF pro Privathaushalt und Jahr
  • 730 CHF pro Kollektivhaushalt, dazu zählen z.B. Alters-, Pflege- oder Wohn- und Erziehungsheime, Internate, Studentenwohnheime, Spitäler, Gefängnisse und religiöse Unterkünfte oder Vereinigungen.
Auf diesem Link finden Sie alle wichtigen Details zu den Sozialversicherungen

Der Businessplan

Braucht es einen Business-Plan oder nicht? Mit dieser Frage möchten wir uns in diesem Beitrag beschäftigen.

Oft kontaktieren uns, hauptsächlich junge Menschen, mit der Frage, warum sie einen Business-Plan erstellen sollen. Viele Unternehmer erachten das Erstellen eines detaillierten Plans als Zeitverschwendung. Wir sehen das ein wenig anders, möchten aber gleichzeitig darauf hinweisen, dass man sich in einem Businessplan auch verlieren kann.

Was bedeutet das Wort Businessplan eigentlich? Duden definiert das Wort Businessplan wie folgt: Darstellung der Ziele und der geplanten Verwirklichung eines unternehmerischen Projekts. Diese Beschreibung sagt schon einiges. Wer eine vermeintlich gute Geschäftsidee hat, wird mit dem Verfassen eines Businessplans zum Denken gezwungen. Ein Businessplan zeigt Chancen und Risiken eines Vorhabens auf. Er motiviert, sich mit den anzustrebenden Zielen, Mitteln und Ressourcen auseinanderzusetzen, um damit eine klare Vorstellung über Umsetzung und Realisierung eines Projekts zu finden. Folgende Fragen können mit einem Businessplan beantwortet werden:

  • zwingt einem, sein Vorhaben korrekt und systematisch durchzudenken
  • führt zu einer strukturierter und effektiver Vorgehensweise
  • zwingt einem Entscheide zu treffen
  • zwingt einem zum kritischen Denken
  • deckt Fehler und Wissenslücken auf
  • zeigt einem auf, was alles benötig wird (Ressourcen)
  • zeigt einem Schwachstellen und Risiken auf
  • zeigt, ob ein Projekt überhaupt realisiert werden kann
  • dient als effektives Kommunikationsmittel (innen wie aussen)
  • zwingt einem fokussiert vorzugehen
  • usw.

 Wer also einen Businessplan erstellt, hinterfragt sein Vorhaben viel kritischer und Bewusster. Mit diesem Papier wird zusätzlich eine Diskussionsgrundlage erschaffen, welche hilft, das Projekt mit seinem Umfeld zu diskutieren. Weiter kann der Businessplan helfen an Kredite zu kommen.

 In einem zweiten, folgenden Teil, werden wir diesen Bericht ergänzen. Es wird darum gehen, was alles in einen Businessplan gehört und was eben nicht.